Trainingshilfen im Kraulschwimmen – Pullbuoy


Ich halte nicht viel von Trainingshilfen, da sie von den meisten Triathleten nur dazu benutzt werden, den Weg des geringsten Widerstands zu gehen – im wahrsten Sinne des Wortes. Dabei können Trainingshilfsmittel – richtig eingesetzt – wertvolle Dienste leisten, und dir dabei helfen deine Schwimmtechnik zu verbessern.

Trainingshilfen werden nur im Schwimmtraining benutzt. Im Wettkampf sind sie verboten. Der Neoprenanzug ist das einzige Hilfsmittel, das im Triathlonwettkampf beim Schwimmen erlaubt ist.

Nachfolgend will ich dir die oben genannte Trainingshilfe für das Kraulschwimmen im Triathlon vorstellen.

PULLBUOY

Andere Schreibweise: Pull buoy, Pull Buoy

Bist du auch einer von den Triathleten oder Fitness-Schwimmern, die nur mit Pullbuoy eine halbwegs vernünftige Wasserlage halten können? Dann wäre es empfehlenswert anzufangen an deiner Wasserlage zu arbeiten – ohne Hilfsmittel.

Bei den Limmat Sharks habe ich ein treffendes Zitat gefunden: „Der Pullbuoy dient als Krücke für „behinderte“ Schwimmer (Triathleten), um eine falsche Wasserlage und Kopfhaltung auszugleichen.“ Bist du auch ein behinderter Schwimmer/Triathlet?

Das ständige Kraulschwimmen mit Pullbuoy verhindert, daß du einen vernünftigen Beinschlag erlernst, der deinen Vortrieb und deine Rotation unterstützt. Schwimmen ist ein Ganzkörpersport. Es verlangt die Koordination und Integration des ganzen Körpers in seinem Bewegungsfluss nach vorn.

Material und Form

Der Pullbuoy besteht aus einem leichten, schwimmenden Kunststoffschaum. Die einfachsten Pullbuoys bestehen aus zwei Zylindern, die durch zwei Schnüre lose miteinander verbunden sind. Die meisten bestehen aus einem Stück und haben eine mehr oder weniger ausgeprägte Sanduhrform. Manche sind abgerundeter, andere etwas eckiger geformt. Auch gibt es sie in verschiedenen Größen, die entsprechend unterschiedlich stark Auftrieb generieren.

Einsatz des Pullbuoys

Deine Wasserlage trägt entscheidend zu einer guten Kraultechnik und damit zum schnelleren Schwimmen bei. Ist deine Wasserlage schlecht, das heißt sinken deine Hüften und Beine zu sehr ab, erhöhst du damit den von dir erzeugten Wasserwiderstand und mußt infolgedessen mehr Kraft einsetzen, entweder um vorwärts zu kommen oder um deine Hüften und Beine weiter nach oben an die Wasseroberfläche zu bringen.

Hier KANNST du den Pullbuoy einsetzen. Der Pullbuoy kann dir ZEIGEN, WIE ES SICH ANFÜHLT eine gute Wasserlage zu haben. Dazu klemmst du dir den Pullbuoy zwischen die Oberschenkel oder zwischen die Knie oder zwischen die Fußgelenke und FÜHLST, was der Pullbuoy mit deinem Körper macht. Du kannst dabei Kraul schwimmen.

Du kannst auch nur versuchen ohne viel Bewegung deinen Körper knapp unter der Wasseroberfläche zu halten. Wichtig: Fühle, was der Pullbuoy mit deinem Körper macht und versuche das gleiche Gefühl ohne das Hilfsmittel Pullbuoy herzustellen!

Tipp: Der Pullbuoy hebt deine Hüften (oder Beine) an und verlagert dein Gewicht in Schwimmrichtung. DAS sollst du versuchen auch ohne Pullbuoy umsetzen. Es hilft dabei den Kopf in einer neutralen Position zu halten, d.h. in Verlängerung der Wirbelsäule. In Bauchlage und Seitlagen: Mit Augen auf den Boden.

Achte auch darauf, dass deine Fußgelenke locker überstreckt sind. Wenn du deine Zehen zu den Schienbeinen ziehst, werden deine Beine und Hüften trotz Pullbuoy zu Boden sinken.

Ach ja: Alles ist umsonst, wenn du deine Körperspannung vergißt! Also: Spanne deine Gesäß-, Bauch- und Rückenmuskulatur an, denn Rumpfstabilität brauchst du auch, wenn du den Pullbuoy einsetzt. Der Pullbuoy schenkt dir zwar eine gute Wasserlage, aber nicht die Rumpfstabilität bzw. Körperspannung.

Eine weitere sinnvolle Einsatzmöglichkeit besteht beim Schwimmen von Atempyramiden, damit du lernst weniger zu atmen. Wenn du mit dem Pullbuoy Kraul schwimmst und den Einsatz deiner Beine reduzierst, wirst du merken, dass du plötzlich mehr Sauerstoff zur Verfügung hast. In deinen Beinen stecken große Muskeln, die bei intensivem Einsatz viel Sauerstoff benötigen, was dich leicht in Atemnot geraten läßt. An eine 5er-, 6er-, 7er-, oder gar 12er-Atmung ist nicht zu denken. Ziel ist es natürlich, deinen Beinschlag auch ohne den Einsatz von Hilfsmitteln, wie dem Pullbuoy zu reduzieren!

Ich habe den Pullbuoy erfolgreich zusammen mit der Fußfessel eingesetzt, um Triathleten ihre schlängelnde Körperbewegung bewußt zu machen, und sie infolgedessen dazu zu bringen mehr an ihrer Rumpfstabilität zu arbeiten, wenn die anderen Fehler (Überkreuzen der Körpermittellinie) behoben waren. Dazu klemmst du dir den Pullbuoy zwischen die Fußgelenke und bindest darunter eine Fußfessel. Das hält den Pullbuoy besser an seinem Platz.

Mit dem Pullbuoy läßt sich das Schwimmen mit Neoprenanzug simulieren. Ein Neoprenanzug bringt dir ähnlichen Auftrieb an den Beinen. Somit wäre der Pullbuoy auch geeignet das Schwimmen mit Neoprenanzug-Gefühl-für-die-Beine ohne Neo im Hallenbad zu trainieren.

Je weiter oben zwischen die Oberschenkel du dir den Pullbuoy klemmst, desto besser kannst du noch einen Beinschlag dazu einsetzen. Dabei solltest du darauf achten, dass der Kraulbeinschlag weiterhin aus der Hüfte kommt und nicht aus den Knien. Achte beim Kraulschwimmen mit Pullbuoy auf eine ausreichende Ganzkörperrotation und vermeide es platt auf dem Bauch zu schwimmen.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit den Pullbuoy einzusetzen, um sich ausschließlich auf die Arbeit an den Armen zu konzentrieren. Das solltest du meiner Meinung nach erst beginnen, wenn deine schwimmerischen Fähigkeiten sehr gut ausgeprägt und stabil vorhanden sind. Sind sie das nicht, bringt es dir mehr ohne Hilfsmittel an deiner Gesamtkoordination zu arbeiten, anstatt dich vorrangig auf einzelne Aspekte des Kraulschwimmens zu konzentrieren.

Auch zu rehabilitativen Zwecken läßt sich der Pullbuoy einsetzen, wenn eine Fuß-, Bein- oder Knieverletzung vorliegt und die Füße oder Beine ruhig gestellt werden sollen, aber das Kraulschwimmen erlaubt wäre.

Wozu du den Pullbuoy nicht benutzen solltest

Du solltest den Pullbuoy nicht dazu benutzen, um deine Wasserlage beim Kraulschwimmen HERZUSTELLEN. Damit meine ich das ständige Schwimmen mit Pullbuoy. Bedenke immer, dass du im Wettkampf keinerlei Hilfsmittel benutzen darfst (außer dem Neoprenanzug bei bestimmten Wassertemperaturen). Bei Neoprenverbot gibt es immer wieder viele Triathleten, die nur zu gern auf die Auftaktdisziplin verzichten würden – und manche tun das auch.

Ich ziehe es vor, den von mir betreuten Triathleten eine gute Wasserlage ohne Hilfsmittel beizubringen, damit keine(r) von ihnen auf eine Krücke beim Schwimmen angewiesen ist.

Fazit:

Dein Einsatz von Hilfsmitteln, wie dem Pullbuoy, sollte stets sparsam und zielgerichtet erfolgen. Zu früher Einsatz oder dauerhafter Einsatz von Hilfsmitteln führt zu Bequemlichkeit und Gewöhnung und verzögert oder verhindert, daß du die korrekte Technik im Kraulschwimmen erlernst. Du bleibst abhängig von einer Krücke. Es bleibt deine Entscheidung, ob du Kraulschwimmen tatsächlich lernen willst oder nicht.

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