Gute Gründe ein Trainingsprotokoll zu führen


Sportliche Leistung ist etwas äußerst individuelles. Jeder ambitionierte Triathlet hat das Ziel seine sportlichen Leistungen zu verbessern. Ein Trainingsprotokoll ist eines der besten Werkzeuge dazu.

Wenn du nur einen Tag oder eine Woche deines Trainings betrachtest, kannst du die Muster deiner Leistungsentwicklung nicht erkennen. Wenn du allerdings mehrere Wochen, Monate oder Jahre vergleichst, dann wirst du im Rückblick vieles erkennen, was zur Entwicklung deiner jetzigen Leistung beigetragen hat.

Wenn du deine Aufzeichnungen vergleichst, kannst du Beziehungen zwischen deinen Trainingsergebnissen und Wettkampfleistungen herstellen. Wenn du die Daten analysierst, findest du heraus warum etwas gut geklappt hat, oder warum etwas schief gegangen ist.

Für Multisportler – wie Triathleten – ist es besonders empfehlenswert ein Trainingsprotokoll zu führen, um immer einen Überblick über die drei Disziplinen zu behalten.

Was ist ein Trainingsprotokoll?

Ein Trainingsprotokoll oder Trainingstagebuch ist erst einmal eine Gedankenstütze. Es kann aus losen Notizen bestehen oder ein detailliertes Protokoll oder Fahrtenbuch sein. Es kann wie ein Bericht verfaßt sein oder wie eine reine Datensammlung. Es ist eine persönliche Aufzeichnung von Ereignissen, Erfahrungen und Beobachtungen. Kennzeichen eines Trainingsprotokolls ist eine systematische, kontinuierliche und zeitlich geordnete Aufzeichnung von trainingsrelevanten Daten über einen längeren bis langen Zeitraum.

Warum solltest du ein Trainingsprotokoll führen?

Nachfolgend findest du eine Auflistung guter Gründe, warum du ein Trainingsprotokoll führen solltest.

Trainingswirksamkeit

Verfolge einen Leistungshöhepunkt zurück, und du bekommst einen genauen Überblick darüber, wie du dort hin gelangt bist. Stell dir unter anderem die folgenden Fragen: Was war dein Körpergewicht, als du eine neue persönliche Bestzeit aufgestellt hast? Wie lang und häufig waren deine Entlastungszeiten? Wie lang war deine Tapering? Was waren deine Schlüsseleinheiten?

Pädagogischer Wert

Ein Trainingsprotokoll lehrt dich mehr Verantwortung für dich selbst zu übernehmen. Du setzt dich mehr mit deinem Training und deinem Körper auseinander und machst dir mehr Gedanken über deine Gesundheit. Du lernst Zusammenhänge und Muster zu erkennen zwischen deinem Training, der Erholung und deiner Leistung. Du begreifst den Sinn von Trainingsinhalten und Trainingsplanung.

Leistungseinbrüche

Stellst du einen Abwärtstrend in deinen Leistungen ohne einen offensichtlichen Grund fest, dann verfolge dein Trainingsprotokoll zurück und identifiziere die Auslöser. Ursachen können unter anderem Schlafmangel, zu hohe Umfänge, zu viel Intensität, schlechte Ernährung sein. Wenn du deine Fehler gefunden hast, kannst du sie korrigieren und dafür sorgen, dass du sie nicht wiederholst.

Mit der kontinuierliche Erfassung deiner Trainingsdaten kannst du einer Verschlechterung deiner Leistungen rechtzeitig entgegenwirken. Wartest du zu lang, dann mußt du drastische Veränderungen in deiner Trainingsplanung vornehmen. Das reicht bis zur Verschiebung oder Stornierung deines Hauptwettkampfes.

Trainingsmuster

Indem du auch deine Ermüdungslevel lückenlos dokumentierst, kannst du beispielsweise den für dich optimalen Ruhetag in der Woche heraus finden. Wenn du feststellst, dass es dir an einem Tag der Woche besonders schwer fällt zu trainieren, oder an diesem Tag deine Leistungen immer schlechter sind als sonst, dann empfiehlt es sich deinen Ruhetag auf diesen Wochentag zu verlegen.

Trainingssteuerung

Durch den ständigen Ist-Soll-Vergleich zwischen deinem Trainingsprotokoll und deinem Trainingsplan, siehst du sofort, ob du „im Plan liegst“ oder deinen Trainingsplan an deine aktuellen Leistungen anpassen musst. Gleichzeitig solltest du auch immer dein Endziel vor Augen haben und den zur Verfügung stehenden Zeitraum realistisch in deine zukünftige Trainingssteuerung mit einbeziehen.

Selbstvertrauen

Müde Beine sind oft der einzige Beweis für ein hartes Training. Die müden Beine erholen sich nach ein paar Tagen. Während der Taperphase für einen Hauptwettkampf ist es leicht die harte Arbeit der Vorbereitungszeit zu vergessen. Zweifel können aufkommen, ob du ausreichend getan hast. Dein Trainingsprotokoll listet dir unbestechlich auf, was du geleistet hast, um so weit zu kommen. Wenn du deine protokollierten Leistungen überprüfst, stärkt dir das den Rücken, wenn deine Zuversicht ins Wanken gerät.

Motivation

Du solltest in dein Trainingsprotokoll Daten wie Leistungstests, wichtige Trainings und Wettkämpfe eintragen. Wenn du diese Daten über einen längeren Zeitraum vergleichst, sollten sie eine Leistungssteigerung anzeigen. Das bringt dir zusätzliche Motivation. Zusätzlich kannst du beispielsweise versuchen deine letztjährigen Zeiten beim gleichen Wettkampf zu toppen. Du förderst deine Leistungsbereitschaft weiter, wenn du dazu gezwungen bist, dich mit den Hintergründen des Training und den Auswirkungen auf deinen Körper bewußt auseinandersetzen mußt.

Ein Trainingsprotokoll erschwert es dir eine Trainingseinheit ausfallen zu lassen, wenn du dir ins Bewußtsein rufst, dass du deine Aktivitäten aufzeichnen mußt. Viele Triathleten veröffentlichen ihre Trainingsprotokolle im Internet und sorgen so für zusätzlichen Motivation geplante Einheiten einzuhalten.

Arbeitshilfe für deinen Trainer

Dein Trainingsprotokoll ist ein wertvolles Hilfsmittel für deinen Trainer – wenn du einen hast. Je besser (= detaillierter) die Informationen sind, die du deinem Trainer zu Verfügung stellst, desto besser wird seine Arbeit für dich sein (beispielsweise Trainingsplanung oder Coaching). Dein Trainer kann nur mit den Daten arbeiten, die du ihm gibst. Aus dem gleichen Grund ist bei einem Trainerwechsel ein Trainingsprotokoll ein wichtiges Dokument.

Leistungssteigerung

Die meisten Triathleten haben von Saison zu Saison ein höher gestecktes Ziel. Am Ende einer jeden Saison ist dein Trainingsprotokoll eine schriftliche Dokumentation dessen, was für dich in deinem Training funktioniert und was du besser lassen solltest. Welche Art von Wettkämpfen liegen dir? Wieviel Umfang/Intensität/etc. brauchst du, um eine gute Leistung zu erzielen? etc. All diese Daten kannst du für die Trainingsplanung deiner nächsten Saison heranziehen.

Zielfokussierung

Dein Trainingsprotokoll ist ideal, um in direktem Kontakt zu deinen Zielen zu bleiben. Wenn dein Training gut läuft, ist es leicht das Ziel aus den Augen zu verlieren und abgelenkt zu werden. Ein Blick in dein Trainingsprotokoll und deinen Trainingsplan zeigen dir schnell was du noch zu tun hast, um dein Ziel zu erreichen.

Emotionales Ventil

Training und Wettkämpfe können irrationale Gefühle auslösen. Nach deinem Saisonhöhepunkt kann es nach einigen Tagen oder Wochen dazu führen, dass du dich in Frage stellst und darüber grübelst, ob du tatsächlich alles gegeben hast, oder ob noch mehr gegangen wäre.

Außer dir oder deinen Trainer interessieren sich jedoch weder deine Familie noch deine Freunde lange dafür, ob dein Wettkampf schlecht war oder nicht. Ein Trainingsprotokoll eignet sich hervorragend, um solche Gefühle zu Papier zu bringen. Wenn du etwas nieder geschrieben hast, schaffst du dir emotionale Distanz und eröffnest dir eine andere Perspektive.

Erinnerungswert

Wenn du ein Trainingsprotokoll über mehrere (oder viele) Jahre führst, kann es dir eine große Zufriedenheit geben schwarz auf weiss zu sehen, wohin dich die endlosen Trainingsstunden gebracht haben.

Warum führst du ein Trainingsprotokoll? Hinterlasse einen Kommentar (dazu brauchst du einen WordPress Account) oder schick mir eine E-Mail an jane_doe_muc (at) web (dot) de

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