Leistungssteigerung im Triathlon – Wähle weise deinen Wettkampf


Wie du den für dich optimalen Triathlonwettkampf aussuchst, um eine Bestleistung abzuliefern.

Nachfolgend findest du ein paar Tipps, wie du mit einer intelligenten und vorteilhaften Auswahl deines Hauptwettkampfs im Triathlon deine Wahrscheinlichkeit erhöhst eine Bestleistung zu erzielen. Zwar solltest du dich als Triathlet allen Herausforderungen stellen, aber manchmal führt auch eine gewisse Art von Vermeidungsstrategie zu besseren Ergebnissen.

Es ist für dich als Triathlet immer vorteilhaft einen Wettkampf zu wählen, der am besten zu deinen Stärken passt. Besonders wichtig wird dies für Triathleten mit einem begrenzten Zeitbudget, die nicht die Zeit oder die Möglichkeiten dazu haben ständig die passende Umgebung für das notwendige Training aufzusuchen. Damit meine ich beispielsweise den mitteleuropäischen Winter in einem milden Klima zu verbringen, weil der Hauptwettkampf bereits im Mai (oder früher) stattfindet. Oder jedesmal in die Berge zu fahren, wenn du im Flachland wohnst, weil dein Wettkampf einen Radkurs mit vielen Höhenmetern aufweist.

Wenn du dein Engagement für den Triathlonsport auch noch mit deiner beruflichen Vollzeittätigkeit und deiner Familie ins Gleichgewicht bringen willst, dann solltest du immer versuchen den größtmöglichen Nutzen aus allem herausziehen, egal was du in deinem Training machst.

Hier sind ein paar Auswahlkriterien, die dir dabei helfen den für dich optimalen Wettkampf zu finden.

Nutze die geographische Lage und die Jahreszeit

Bleib bei dem, was du kennst. Das spart Zeit und Geld. Darüber hinaus erhöht es die Wahrscheinlichkeit auf eine neue persönliche Bestzeit.

Höhenlage

Wenn du nicht von Haus aus in einer entsprechenden Höhenlage leben und trainieren kannst, dann solltest es vermeiden einen Wettkampf zu wählen der an einem Ort stattfindet der sich in großer Höhenlage (ab 1500m aufwärts) stattfindet (Im Ausland beispielsweise Mexico City oder Salt Lake City). Wer den Vorteil hat in einer Höhenlage zu leben und zu trainieren hat unter diesen Bedingungen einen eindeutigen Vorteil gegenüber den Flachländern.

Wenn du dennoch einen Triathlonwettkampf in einer Höhenlage als deinen Hauptwettkampf auswählen solltest, dann solltest du entweder erst kurz (weniger als vierundzwanzig Stunden) vor dem Start des Wettkampfes anreisen, weil die negativen Effekte hoher Lagen machen sich erst nach ca. 36-48 Stunden bemerkbar. Oder du solltest mindestens zwei Wochen vor dem Wettkampfstart anreisen, damit dein Körper noch Zeit hat, sich an die ungewöhnte Höhe zu gewöhnen. Mehr Zeit wäre jedoch besser. Außer du bist ein Non-Responder (= jemand, der sich nicht oder nur unverhältnismäßig langsam an ein Höhenklima anpasst). Das solltest du vor deinem Hauptwettkampf in Höhenlage abgeklärt haben.

Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Du solltest auch hohe Temperaturen und/oder Luftfeuchtigkeit berücksichtigen. Wenn du in einer mitteleuropäischen Umgebung trainierst, wirst du sehr wahrscheinlich mit Hitzeproblemen zu kämpfen haben, wenn du an einem Wettkampf teilnimmst, der in einem feuchtheißen Klima (wie Malaysia, China, Hawaii) stattfindet. Um das zu vermeiden mußt du unbedingt rechtzeitig anreisen, um dich an die Klimabedingungen zu akklimatisieren. Als Triathlet mit kleinem Zeitbudget kannst du dann entweder unter künstlich geschaffenem feuchtheißem Klima trainieren (Sauna?) oder du bist besser beraten dir einen Wettkampfort zu suchen, der die gleichen klimatischen Voraussetzungen erfüllt, wie dein üblicher Trainingsort.

Auch bei ungewohnt heißem oder feuchtheißem Klima braucht dein Körper mindestens zwei Wochen bis er sich an die neuen klimatischen Bedingungen gewöhnt hat. Zwar werden deine Konkurrenten ebenfalls unter diesen Bedingungen leiden (falls sie auch aus kälteren und weniger feuchten klimatischen Bedingungen kommen), aber erwarte trotzdem keine neue persönliche Bestzeit.

Luftverschmutzung

Luftverschmutzung ist ein weiterer Faktor, der deine Wettkampfleistung im Triathlon beeinträchtigen wird. Mexico City belegt in Punkto Luftverschmutzung sicherlich den ersten Rang, aber auch viele Städte in Indien, Afrika oder China haben sehr hohe Ränge auf dieser negativen Skala inne. Zusammen mit hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit ergibt das eine ungute Mischung für persönliche Bestzeiten. An Luftverschmutzung kannst du dich leider auch nicht innerhalb von zwei Wochen gewöhnen. Asthmatiker sollten solche Wettkampforte besser komplett von ihrer Wettkampfwunschortliste streichen.

Lange Anreise

Lange Anreisen, beispielsweise mit dem Flugzeug, unterbrechen die letzten Vorbereitungen in der Wettkampfwoche durch einen möglichen Jetlag. Zusätzlich bist du einem größeren Risiko ausgesetzt, dir im Flugzeug durch den erhöhten Stress (Klimaanlage, Müdigkeit, ungewohntes Essen, etc.) eine Infektion zu holen.

Heimvorteil

Ein Wettkampfort in Heimatnähe ermöglicht es dir auch diesen mehrmals aufzusuchen und die Strecken im Training ausführlich, auch unter Wettkampfbedingungen, zu testen. Du kannst – besonders in der Wettkampfwoche – in deinem eigenen Bett schlafen, deine gewohnte Ernährungsweise aufrecht erhalten, und meistens jeglichen zusätzlichen Stress von dir fern halten. Leider finden besonders die großen Wettkämpfe (Langdistanzen, Weltmeisterschaften etc.) selten vor der eigenen Haustür statt ;o(

Jahreszeit

Wenn du einen Wettkampfort aussuchst, solltest du auch die Jahreszeit berücksichtigen um einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen. Das funktioniert am besten bei Athleten, die in Ländern wohnen, wo es im Winter relativ warm ist und die Triathlon Saison früh beginnt. Wenn du es dir erlauben kannst zu verreisen, dann kannst du in den nördlicheren Ländern mit deiner Wettkampfform bei Veranstaltungen starten, bei welcher ein Großteil deiner Konkurrenz wahrscheinlich erst in ihrer zweiten Vorbereitungsperiode steckt.

Nutze deine Stärken

Besonders bei einem knappen Trainingszeitbudget ist es von Vorteil, wenn du dich mehr auf deine Stärken konzentrierst und einen Wettkampf danach aussuchst.

Du wirst definitv einen großen Nutzen davon haben, wenn du deine Wettkämpfe nach deinen persönlichen Stärken auswählst. Nachfolgend findest du ein paar Anhaltspunkte nach Disziplin aufgelistet, die du berücksichtigen solltest, wenn du die Triathlon-Veranstaltungen aussuchst, die am besten zu deinen individuellen Stärken passen.

Schwimmen

Als schwacher Freiwasserschwimmer soltest du dir einen Wettkampf aussuchen, bei welchem du möglichst sicher sein kannst, dass Neoprenanzüge zugelassen sein werden. Damit erreichst du eine bessere Schwimmzeit mit geringerem Aufwand.

Als guter Freiwasserschwimmer hast du definitiv einen Vorteil bei Wettkämpfen mit Neoprenverbot.

Als starker Freiwasserschwimmer hast du einen Vorteil in Gewässern mit Strömungen, wie Ozeane oder Flüsse, wohingegen ein schwächerer Schwimmer besser in einem See oder bei Veranstaltungen deren erste Disziplin im Schwimmbecken stattfindet, aufgehoben ist.

Radfahren

Wenn du ein Federgewicht unter den Athleten bist und/oder ein guter Bergfahrer, dann such dir einen Wettkampf mit einer kupierten Radstrecke aus, so dass du deinen Vorteil durch dein besseres Kraft/Gewichtsverhältnis ausspielen kannst.

Wenn du ein schwerer Athlet bist und /oder nur/hauptsächlich in flachem Terrain trainieren kannst, bist du besser beraten dir auch einen Rennen mit einem flacheren Radkurs auszuwählen. Außerdem wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit auch besser mit Gegenwind fertig werden als die kleinen und leichten Athleten.

Ein weiterer Vorteil für starke Radfahrer bzw. gute Bergfahrer ergibt sich oft dabei, dass je kupierter die Radstrecke eines Triathlonwettkampfes ist, der Wettkampf häufig über eine bessere Radzeit im Gesamtergebnis entschieden wird. Bei einer flachen Radstrecke wird der Sieg oder die Bestzeit immer häufiger durch das Laufergebnis bestimmt.

Laufen

Wenn du ein leichter und/oder starker Läufer bist, dann kommst du wahrscheinlich mit einem kupierten/hügeligen Laufkurs besser zurecht als schwache/schwerere Läufer.

Ein flacher Laufkurs kommt schwereren und/oder schwachen Läufern eher gelegen.

Die Beschaffenheit des Bodens spielt beim Laufkurs ebenfalls eine große Rolle. Wenn du hauptsächlich abseits der Straßen auf Forstwegen oder Waldboden trainierst, dann solltest du Wettkämpfe mit Asphaltlaufstrecken besser vermeiden. Wenn du dagegen hauptsächlich auf Asphalt trainierst, dann ist ein Wettkampf mit abschließendem (bzw. überwiegendem) Strassenlauf die beste Wahl für dich.

Berücksichtige deinen Trainingszustand

Je mehr Zeit du zur Vorbereitung hast, desto gründlicher kannst du dich vorbereiten.

Je nachdem aus welchem Trainingszustand heraus du deinen Hauptwettkampf wählst, hast du einen anderen Vorbereitungszeitraum zur Verfügung. Wenn du dir bereits in der Übergangsphase Gedanken darüber machst, was im nächsten Jahr dein Hauptwettkampf sein soll, dann hast du mehr als ausreichend Zeit dich darauf vorzubereiten, sofern dein Hauptwettkampf im gleichen Zeitraum stattfinden soll, wie der letzte.

Grundsätzlich solltest du mindestens sechs Monate für eine vernünftige Vorbereitung einplanen. Bei allem, was kürzer ist, solltest du in Relation zu der Länge deines Hauptwettkampfes über ein höheres Trainingsalter verfügen. Damit meine ich, wenn dein Vorbereitungszeitraum unter sechs Monaten für eine Langdistanz beträgt, dann sollte es definitiv nicht deine erste Langdistanz sein, und wenn, dann solltest du mindestens bereits Erfahrungen (Plural!) auf der Mitteldistanz gesammelt haben.

Beachte deine Konkurrenz

Weniger oder schwächere Konkurrenz erhöht deine Chancen auf eine gute Platzierung oder einen Sieg.

Wenn du deine Konkurrenten und ihre Leistungen kennst, dann such dir einen Hauptwettkampf mit weniger Konkurrenz bzw. einen Wettkampf, an dem deine Hauptkonkurrenten nicht teilnehmen. Das spielt besonders eine Rolle, wenn du dich durch einen Podiumsplatz oder (Altersklassen-)Sieg für ein anderes Rennen qualifizieren mußt (beispielsweise IMC auf Hawaii) oder generell eine Top-Ten oder Top-Five Platzierung anstrebst. Das machen viele Profis genauso (v.a. in Bezug auf die IMC Quali). Informationen über deine Konkurrenz findest du (je nach Bekanntheitsgrad deiner Konkurrenz) in den Finisher-Listen der vergangenen Jahre, in Blogs und Foren, Fachzeitschriften, den Veranstaltungswebsites (Meldelisten, News,…) etc..

Wenn du natürlich vorhast bei einer Weltmeisterschaft oder ähnlichem zu starten, dann wirst du an den Wettkampfgegebenheiten nichts mehr ändern können. Dann ist es immer dein Ziel das Beste aus der Situation und deinen Möglichkeiten in der dir verbleibenden Zeit zu machen.

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