Was tust du, wenn im Wettkampf deine Kraultechnik auseinander fällt?


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Ist dir das auch schon im Triathlon-Wettkampf im Kraulschwimmen passiert? Plötzlich geht nichts mehr voran. Wassergefühl weg. Die Hände und Arme finden keinen Abdruck mehr. Es fühlt sich an als würdest du durch Melasse anstatt Wasser schwimmen. Du hast das Gefühl nicht mehr voran zu kommen und Panik macht sich breit.

Nachfolgend findest du zehn kurze Tipps, die dir dabei helfen deine Kraultechnik auch im Wettkampf wieder zu finden, wenn du sie verloren hast.

Besonders wichtig sind diese Punkte, wenn Neoprenverbot im Kraulschwimmen herrscht.

1. Vermeide Hektik.

Hektik läßt dich verkrampfen. Entspanne dich. Entspannung ist kein Gegenteil von Körperspannung, sondern das Gegenteil von Verkrampfen. Schnelles Kraulschwimmen und eine gute Kraultechnik hat sehr viel mit Entspannung zu tun.

2. Vermeide noch mehr Kraft anstatt Technik einzusetzen.

Das ist Kraftverschwendung und macht dich langsamer. Die Kraft fehlt dir später im Kraulschwimmen und noch später in den beiden Folgedisziplinen.

Technik hat nichts mit Kraft zu tun, sondern mit Gefühl für das, was du tust um den größtmöglichen Effekt aus jeder Bewegung herauszuholen. Deine Kraft kann sich im Wasser nur entfalten, wenn deine Kraultechnik stimmt.

3. Streck dich bei jedem Armzug maximal nach vorn in deine Schwimmrichtung von Zehenspitzen zu Fingerspitzen.

Das gibt dir Körperspannung, Dynamik, Rotation, mehr Strecke pro Armzug, reduziert deinen Wasserwiderstand und verbessert deine Wasserlage.

Ohne Streckung verschenkst du Strecke pro Armzug, verlierst Körperspannung, Dynamik, du verschlechterst deine Rotation, erhöhst deinen Wasserwiderstand, verschlechterst damit deine Wasserlage, mußt mehr Kraft einsetzen und/oder verlierst Zeit.

4. Bleibe vom Gefühl her mehr als schulterbreit beim Eintauchen deiner Finger ins Wasser.

Deine Schwimmrichtung ist geradeaus. Nicht nach links oder rechts. Achte darauf wo du deine Hände eintauchst und in welche Richtung du deine Hände eintauchst. Vom Gefühl her mehr als schulterbreit mit den Fingern ins Wasser einzutauchen, hilft dir geradeaus zu schwimmen, gibt dir mehr Stabilität, reduziert deinen Wasserwiderstand und du hast mehr Abdruck im Unterwasserarmzug.

Wenn du deine Hände beim Eintauchen ins Wasser überkreuzt, fängt dein Körper an zu schlängeln und du erzeugst mehr Wasserwiderstand, wirst instabil und schwimmst ständig von links nach rechts. Das kostet dich mehr Kraft und Zeit.

5. Halte deinen Kopf in einer neutralen Position mit Augen auf den Boden unter dir, wenn du nicht atmest.

Das verbessert sofort deine Wasserlage, reduziert deinen Wasserwiderstand im Kraul schwimmen.

Eine zu hohe Kopfhaltung läßt deine Hüften und Beine nach unten absinken. Sinken deine Hüften und Beine nach unten ab, erzeugst du mehr Wasserwiderstand. Mehr Wasserwiderstand erfordert mehr Krafteinsatz von deiner Seite um eine einmal erreichte Geschwindigkeit zu halten. Oder du verlierst an Geschwindigkeit. Folglich mußt du entweder mehr Kraft einsetzen oder du verlierst Zeit.

6. Halte deinen Kopf so tief wie möglich, wenn du atmest.

Drehe deinen Kopf lieber etwas mehr, wenn das Wasser unruhig ist, aber drücke deine Schläfe ins Wasser. Vermeide es deinen Kopf bei der Kraulatmung aus dem Wasser zu heben. Eine tiefe Kopfhaltung bei der Kraulatmung verbessert sofort deine Wasserlage und reduziert deinen Wasserwiderstand im Kraulschwimmen.

Wenn du deine Kopf beim Atmen hebst, trittst du jedesmal beim Atmen auf die Bremse. Du mußt dich folglich jedesmal beim Atmen erneut beschleunigen. Das kostet dich Zeit und Kraft.

7. Halte deinen Kopf so tief wie möglich beim Sichten.

Bring nur deine Augen aus dem Wasser heraus – wie ein Krokodil – für einen schnellen Blick und senke deinen Kopf sofort wieder. Eine tiefe Kopfhaltung beim Sichten und Orientieren verbessert sofort deine Wasserlage und reduziert deinen Wasserwiderstand.

Wenn du dich beim Sichten und Orientieren zu weit aus dem Wasser hebst, legst du jedesmal eine Vollbremsung hin, aus welcher du dich neu beschleunigen mußt. Das kostet dich Zeit und Kraft.

8. Zwinge dich ruhig und gleichmäßig unter Wasser auszuatmen.

Das beruhigt und entspannt. Vermeide Hektik, denn Hektik läßt dich verkrampfen. Damit kostet es dich zusätzliche Energie ohne Vortrieb beim Kraulschwimmen zu erzeugen.

9. Halte deine Beine und Füße zusammen, wenn du keinen Beinschlag ausführst.

Das gibt dir mehr Körperspannung und eine bessere Wasserlage.

Schleifst du deine Beine und Füße nur leblos hinter dir her, erzeugst du zusätzlichen Wasserwiderstand (in Tiefe und Breite), verlierst Körperspannung und verschlechterst deine Wasserlage. Damit mußt du mehr Kraft einsetzen und/oder verlierst Zeit.

10. Halte deine Fußgelenke locker überstreckt und deine Füße zusammen.

Das reduziert deinen Wasserwiderstand im Kraulschwimmen.

Je mehr du deine Zehen zu deinen Schienbeinen ziehst, desto mehr wirfst du einen Anker im Wasser. Damit sinken deine Hüften und Beine ab und du erzeugst zusätzlichen Wasserwiderstand. Das kostet dich mehr Kraft und mehr Zeit.

Nachtrag: Heute gerade wieder in einer Trainingsstunde mit einem Athleten aufs Neue festgestellt: Die Tipps bzgl. der Kopfhaltung sind die wichtigsten im Kraulschwimmen. Sowohl im Wettkampf als auch im Training.

Selbst wenn du glaubst deinen Kopf tief genug zu nehmen, dann nimm ihn tiefer. Denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, daß du dich selbst über deine tatsächliche Kopfhaltung während des Kraul schwimmens täuschst. Durch eine zu hohe Kopfhaltung bremsen sich die meisten Triathleten ständig beim Kraulschwimmen aus. Du brauchst Rückmeldung von außen um das festzustellen. Buche eine Trainerstunde und ich zeige dir wie tief du deinen Kopf tatsächlich nehmen mußt, damit du sofort leichter und schneller schwimmst.

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