Kraulschwimmen – Eine kurze Fehleranalyse bei der Kraulatmung


Während der Kraulatmung entstehen die meisten Fehler, die schnellere Schwimmzeiten verhindern. Die Kraulatmung stört immer den Bewegungsablauf. Deshalb wäre es am besten, wenn ein Triathlet nicht an der Wasseroberfläche atmen müßte. Dann könnten viele Triathleten schneller schwimmen.

Leider hat kein Triathlet Kiemen um unter Wasser zu atmen. Aber jeder Triathlet kann an seiner Kraulatmung arbeiten und seine Schwimmzeit so um Sekunden, wenn nicht sogar Minuten reduzieren.

Die folgenden Bilder (es ist immer die gleiche Aufnahme!) zeigen ein paar Fehler, die unter Wasser während der Kraulatmung entstehen. Sie zeigen dir wie viele ausbremsende Technikfehler in einer dreißigstel Sekunde möglich sind (bei einer Bildwiederholrate von 30 Bildern pro Sekunde). Die gezeigten Fehler setzen sich jedoch im gesamten Bewegungszyklus fort. D.h. die ausbremsende Wirkung erstreckt sich über einen weitaus größeren Zeitraum als eine dreißigstel Sekunde!

Der Triathlet aus diesem Bild schwimmt die 1500m mit Neoprenanzug in ca. 30 Minuten. Damit ist er für einen erwachsenen Spät- und Quereinsteiger ins Kraulschwimmen schon ganz ordentlich dabei, auch wenn noch viel Verbesserungspotenzial vorhanden ist.

Fehler in der Armhaltung während der Kraulatmung

Fehler-armhaltung-bei-kraulatmung-veras-triathlon-blog
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Der Triathlet auf diesem Bild bremst sich mit seiner Armhaltung während der Kraulatmung komplett aus.

Seine Hand sucht die Wasseroberfläche, anstatt das Wasser zu greifen und den Widerstand zu suchen, um sich für den Unterwasserarmzug einzuhaken. Oder sich zumindest nach vorn zu strecken, um die Strecke für den Unterwasserarmzug zu verlängern.

Er bremst sich aus, da er zusätzlichen Wasserwiderstand entlang der gesamten frontal gegen das Wasser angestellten Armfläche erzeugt. Ausbremsen macht langsam.

Aus dieser Armhaltung wird der Triathlet seinen Arm nur nach unten drücken können. Damit drückt er sich am Wasser nach oben, anstatt nach vorn. Er verschenkt Vortrieb. Verschenkter Vortrieb macht langsam.

Der Arm wäre in einer optimalen Position für das Wasserfassen, wenn sich Fingerspitzen tiefer als Handgelenk, Handgelenk tiefer als Ellenbogen und Ellenbogen tiefer als Schulter befänden. Erst dann ist es für den Triathleten möglich sich am Wasser einzuhaken und nach vorn zu hebeln.

Um das zu erreichen, muß sich der Triathlet erst einmal bewußt machen, was er mit seinem Arm während der Kraulatmung macht. Das erreicht er nur, indem er sich auf diesen Arm während seiner Kraulatmung konzentriert. Erst wenn er fühlt was er tatsächlich macht, kann er anfangen Einfluß darauf zu nehmen und den Bewegungsablauf zu verändern.

Dazu ist es nützlich Teilbewegungen mit kraultechnischen Übungen wie beispielsweise der 90-Grad-Seitlage zu isolieren. Das Atmen zur anderen Seite und Kontrastübungen helfen ebenfalls dabei Unterschiede wahrzunehmen.

Fehler in der Blickrichtung während der Kraulatmung

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Der Triathlet blickt bei der Kraulatmung nach hinten-oben. Das schafft er nur, wenn er seinen Kopf hebt und den gesamten Oberkörper mit verdreht. Hier verdreht er ausgeprägt seinen Oberkörper. Die Hüften und Beine scheinen in diesem Moment und aus dieser Perspektive noch relativ gerade zu bleiben (in einer normalen Rotationsneigung). Er knickt in der Hüfte etwas ein. Alles zusammen verlagert die Bewegungsausrichtung nach hinten, anstatt nach vorn. Alles zusammen hat ausbremsende Wirkung und macht langsam.

Im Kraulschwimmen hängt die Wasserlage extrem von der Kopfhaltung ab. Der Körper richtet sich am Kopf aus. Bringt der Triathlet seinen Kopf und seine Blickrichtung nach hinten-oben, versucht der gesamte Körper (inklusive Arme und Beine) zu folgen, was sich katastrophal ausbremsend auf die Wasserlage und verlangsamend auf den Vortrieb auswirkt.

Hier hilft es sich die Auswirkungen der Kopfhaltung auf den Körper und damit auf die Wasserlage beim Kraulschwimmen zuerst mit Trockenübungen bewußt zu machen. Und anschließend die Kraulatmung mit beispielsweise der 90-Grad-Seitlage isoliert zu üben, um die Zusammenhänge besser zu vestehen. Erst dann ist es sinnvoll den Gesamtbewegungsablauf mit Fokus auf die Kopfhaltung bei der Kraulatmung zu üben.

Der Triathlet kann seine Blickrichtung nur bewußt ändern, indem er sich darauf konzentriert bei der Kraulatmung nach vorn-unten zu blicken, um das Wellental zu sehen, in welches er hineinatmen kann. Das funktioniert nur, wenn er dabei seinen Kopf tatsächlich im Wasser läßt und nur zum Atmen dreht.

Fehler in der Kopfhaltung während der Kraulatmung

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Der Fehler in der Kopfhaltung geht Hand-in-Hand mit dem Fehler in der Blickrichtung. Die eingezeichnete Linie zeigt dir wie schräg seine Kopfhaltung ist.

Diese Schräge zeigt an, daß der seinen Kopf während der Kraulatmung hebt, anstatt ihn nur zu drehen.

Das Kopfheben während der Kraulatmung senkt sofort seine Hüften und Beine tiefer unter die Wasseroberfläche. Das heißt, er verschlechtert damit seine Wasserlage und erhöht den zu überwindenden Wasserwiderstand. Das reduziert seine Schwimmgeschwindigkeit. Mit anderen Worten: Es macht ihn langsam.

Die Wasserlage der Hüften und Beine sieht aus dieser Perspektive (von schräg-vorn; und auf diesem Bild) noch fast vertretbar aus. (Die Perspektive täuscht jedoch. Seitliche Aufnahmen zeigen wie deutlich Hüften und Beine bei jeder Kraulatmung absinken. Auch von hinten läßt sich ein ständiges Auf und Ab in der Wasserlage erkennen.)

Der Triathlet hat – wenn er nicht atmet eine Wasserlage, die in Ordnung ist. Er verliert seine Wasserlage bei jeder Kraulatmung. D.h. er bremst sich bei jeder Kraulatmung aus und muß erneut beschleunigen. Da er hauptsächlich mit einer Zweieratmung nach links atmet, bremst er sich jeden zweiten Armzug aus. Das kostet nicht nur Kraft sondern auch Zeit.

Ein deutlicher Hinweis darauf, daß seine Wasserlage mangelhaft ist, gab die Erkenntnis, daß sich seine Schwimmzeiten im Wettkampf bei Neoprenverbot drastisch verschlechtern.

Die Fehler in der Kraulatmung mildern sich sofort, wenn der Triathlet beginnt auf seine schwach Seite zu atmen. In diesem Fall nach rechts zu atmen. Denn auf der rechten Seite (seiner schwachen Atemseite) macht er diverse Fehler (von links) nicht.

Eine drastische Verbesserung bringt die Erkenntnis wie tief er seinen Kopf tatsächlich halten muß, um seine Wasserlage ohne Atmung und mit Atmung anhaltend zu verbessern. Sehr hilfreich sind dabei einfache Übungen am Beckenrand und erneut die 90-Grad-Seitlage.

Hoffentlich arbeitet er auch selbständig weiter daran seine Kraultechnik zu verbessern, denn sonst wird es leider nichts mit besseren Schwimmzeiten.

Denn: Wer weiter das machst, was er vorher gemacht hat, braucht sich nicht zu wundern, wenn er weiterhin die gleichen Ergebnisse erzielt wie vorher.

Welche Fehler im Kraulschwimmen machst du?

Wenn du herausfinden willst,

  • welche Fehler du im Kraulschwimmen machst, die dich an schnelleren Schwimmzeiten hindern
  • wo dein Verbesserungspotenzial liegt, um schnellere Schwimmzeiten im Triathlon-Training- und Wettkampf zu erreichen
  • wie du diese Fehler korrigieren kannst, damit du schnellere Schwimmzeiten im Kraulschwimmen erreichst

dann buche den 1-Tages-Intensiv-Kraultechnik-Workshop 1 mit Videoanalyse und lerne deine Fehler im Kraulschwimmen endlich persönlich kennen, damit du dich zukünftig von ihnen verabschieden kannst. Die jeweils aktuellen Termine für die Kraultechnik Workshops findest du auf der verlinkten Seite. Oder buche das Kraultechnik Bootkamp Kraulatmung.

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Denn nur, wenn du weißt, was du in deiner Kraultechnik falsch machst, wie du Fehler korrigierst und die Korrektur richtig ausführst, kannst du deine Technik im Kraulschwimmen – und damit deine Schwimmzeiten im Wettkampf – entscheidend verbessern.

Das besondere Angebot für dich: Hast du eine Unterwasseraufnahme (Foto – kein Film!) von deinem Kraulschwimmen? Während deiner Kraulatmung? (Denn hier geht es um die Kraulatmung) Sende es mir (an: vera (dot) honoschenko (at) schwimmstudio (dot) de). Dann gebe ich dir ein paar Hinweise darauf, wo dein Verbesserungspotenzial liegt. Kostenlos und unverbindlich.

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