Kraulschwimmen – Denn sie wissen nicht was sie tun


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Ich bin immer wieder aufs neue fasziniert von der Tatsache, daß Spitzenschwimmer genau wissen woran sie zu arbeiten haben, wenn es darum geht eine hundertstel Sekunde auf 100m herauszuschinden.

Komisch, daß die meisten Hobbytriathleten keinen blassen Schimmer davon haben, was sie tun müssen um –> 30 Sekunden auf 100m <– herauszuholen.

Anstatt regelmäßig zu überprüfen, was sie schwimmen in Sachen Kraultechnik oder auch nur Zeit, und um herauszufinden, wann und wo und wie sie Zeit verlieren, schwimmen sie einfach von einer Wand zur anderen. Am liebsten ununterbrochen. Oder in planlosen Intervallen oder Wiederholungen, die in keiner Weise auf ein Ziel ausgerichtet sind, das sie gar nicht haben.

Sie wissen nicht, was sie schwimmen. Sie interessieren sich oft noch nicht einmal dafür. Sie kennen die Technikübungen nicht (geschweige daß sie sie "können"), die sie schwimmen (wenn sie überhaupt welche schwimmen). Sie verstehen ihren eigenen Körper nicht, sie fühlen ihn ja noch nicht einmal. Und: Sie verstehen das Wasser nicht.

Achtung! Geheimnis gelüftet: Schwimmen findet im Wasser statt

Schwimmen ist ein Ausdauersport, nicht wahr? Ja. ABER. Er findet im Wasser statt. Und falls es dir immer noch nicht aufgefallen sein sollte: Wasser ist ca. 800-1000 mal dichter als Luft. Wenn dir das nichts sagt, dann halte einfach mal beim Autofahren mit 80-100km/h – auf dem Beifahrersitz bitte! – deinen Arm aus dem Fenster. DAS entspricht in etwas dem Wasserwiderstand, den du IMMER zu überwinden hast. Bei jeder Bewegung im Wasser, die du machst. Der bleibt immer. Der geht nicht weg egal, was du tust. Warum behandelst du das Schwimmen wie Landsportarten, wie das Radfahren und das Laufen? Und tust so, als könntest du dich durch das Wasser wuchten? Wenn du gegen das Wasser kämpfst, hast du schon verloren.

Mensch, du bist vielleicht ein Energieverschwender

ABER. Der Mensch ist ein Landtier, das nicht für das Schwimmen geboren wurde. Du kannst (Kraul-)Schwimmen lernen, aber es ist eine erlernte Fähigkeit. Dein menschlicher Körper ist strömungsmechanisch eine 100%ige Fehlleistung. Das zeigt der Fakt, daß wenn du als durchschnittliche Schwimmer im Triathlon (beispielsweise wenn du 1500m in 25m schwimmen kannst) nur ca. 3% deiner eingesetzten Energie in Vortrieb umsetzt. 97% deiner eingesetzten Energie verpuffen am Wasser oder gehen als Wärmeenrgie verloren. Wie? Hauptsächlich durch den ZUSÄTZLICHEN Wasserwiderstand, den du durch deine mangelhafte Kraultechnik erzeugst.

Habe ich etwas vergessen? Bestimmt…(kein Anspruch auf Vollständigkeit)

Finde heraus, was dich ausbremst oder buche den WS-1 und/oder eine Videoanalyse.

  • Du verschenkst Vortrieb durch mangelhafte oder abwesende Körperspannung.
  • Du verschenkst Vortrieb durch mangelhafte Ganzkörperkoordination.
  • Du verschenkst Vortrieb durch fehlerhaften Überwasserarmzug.
  • Du verschenkst Vortrieb durch fehlerhafte Bewegungsausrichtung.
  • Du verschenkst Vortrieb durch falsche Armhaltung.
  • Du verschenkst Vortrieb durch fehlerhafte Handhaltung.
  • Du verschenkst Vortrieb durch mangelhaften oder fehlenden Beinschlag.

Habe ich etwas vergessen? Bestimmt…(kein Anspruch auf Vollständigkeit)

Finde heraus, wo du Vortrieb verschenkst oder buche den WS-1 oder WS-2 und/oder eine Videoanalyse.

Du verschenkst doppelt Vortrieb: passiven Vortrieb, jedesmal, wenn du dich ausbremst. Aktiven Vortrieb, jedesmal wenn du es versäumst aktiv Vortrieb zu erzeugen. Und das passiert nicht nur an einer einzigen Stelle in deinem Bewegungszyklus, sondern an VIELEN STELLEN IN JEDEM BEWEGUNGSZYKLUS DEN DU AUSFÜHRST. Und genau dort läßt du jedesmal deine hundertstel, zehntel Sekunden pro Armzug. Ganze Sekunden pro 25m. 30 Sekunden schon auf 100m. Dann kannst du dir selbst ausrechnen, was du auf 500m, 1500m oder 3800m verschenkst, nur weil deine Kraultechnik mangelhaft ist.

Wenn dir dieser Wink mit dem Zaunpfahl nicht hilft dich endlich darauf zu besinnen deutlich mehr an deiner Kraultechnik zu arbeiten als an deiner bereits mehr als ausreichend vorhandenen Ausdauer… dann ist dir leider nicht zu helfen. Dann bleib einfach so langsam, denn offenbar willst du es nicht anders.

Je langsamer du im (Kraul-)Schwimmen bist, desto mehr solltest du an deiner Kraultechnik arbeiten. Je schneller du werden willst, desto mehr und wesentlich gezielter solltest du an deiner Kraultechnik arbeiten. Mindestens 50% deines Schwimmtrainings. Und die anderen 50% sind darauf ausgerichtet die Technikdetails in dein Kraulschwimmen zu integrieren und über längere Strecken und in höherem Tempo zu schwimmen. Und diese Inhalte sind hochindividuell.

Spitzenschwimmer schaffen es bis knapp 10% ihrer eingesetzten Energie in Vortriebsleistung umzusetzen. Darunter fällt ein Michael Phelps oder ein Paul Biedermann. Eine Britta Steffen oder Natalie Coughlin. Daß du keiner der vier bist, sollte dir dein gesunder Menschenverstand sagen. Also versuche sie auch nicht zu kopieren. Denn nur deren Gesamtpaket erzeugt deren Leistung. Nicht ein einzelner Aspekt. Auch das sollte dir dein gesunder Menschenverstand sagen…

Fitness verbessert keine Kraultechnik

Anstatt deinen Wasserwiderstand zu reduzieren, arbeitest du daran deine Fitness (Kondition, Ausdauer) zu verbessern: Dein Herzkreislaufsystem, deine Kraft, deine Schnelligkeit. Damit arbeitest du daran deine mangelhafte Kraultechnik mit Fitness zu kompensieren. Funktioniert leider nur in geringem Umfang, weil dein allgemeiner Schwimmumfang zu gering ist. Das ist ein Training, das den Sportschwimmern abgeguckt wurde, ohne die Voraussetzungen der Sportschwimmer zu erfüllen.

Auch wenn ich es bereits zwanzigtausendmal wiederholt habe: Der Schlüssel zu deinen schnelleren Schwimmzeiten liegt darin, daß du deinen eigenen Wasserwiderstand reduzierst, den du zusätzlich durch deine Fehler in deiner Kraultechnik erzeugst. Und dann an deinem aktiven Vortrieb arbeitest. BEVOR du dein – bereits durch das Radfahren und Laufen ausreichend trainiertes – Herzkreislaufsystem und deine Kraft trainierst, sprich Kondition.

Wenn du bei jeder Kraulatmung eine Vollbremsung hinlegst, dann kannst du so viele Intervalle schwimmen wie du willst. Du wirst diesen Fehler nicht durch das Intervallschwimmen abstellen. Und dieser Fehler wird dich so lange an schnelleren Schwimmzeiten hindern, bis du ihn endlich abstellst. Buche den WS-1 und lerne diesen Fehler abzustellen.

Wenn du mit einer Wasserlage wie ein schwimmender Kühlschrank deine Intervalle schwimmst, kannst du so lange schwimmen wie du willst. Du wirst deine Wasserlage nicht durch Intervallschwimmen verbessern. Buche den WS-1 und lerne diesen Fehler abzustellen.

Wenn du dich im (Kraul-)Schwimmen tatsächlich verbessern willst, dann ist es wenig sinnvoll deine ganze Zeit ins Schwimm-Konditionstraining (Intervalle, Dauerschwimmen, Sprints, Pyramiden v.a. ohne konrete Zielsetzung und mit fehlerhafter Technik) zu stecken. Deine mangelhafte Kraultechnik hält dich in deinen langsamen Schwimmzeiten in Training und Wettkampf. Du hast es in der Hand das zu ändern. Tun mußt du es. Und jeder kann es.

Aber wer zuviel Zeit zu verschwenden hat bei den gerade mal durchschnittlich zwei Schwimmtrainingseinheiten pro Woche, die der typische Triathlet macht, der darf ruhig weiter seine Ausdauer trainieren (die er bereits hat) und seine Kraultechnik vernachlässigen (die er nicht hat). Die Konkurrenz, die es besser weiß, wird sich beim nächsten Wettkampf bedanken.

Fordere weitere Infos zu meinen Trainings & Workshops unter dieser E-Mail Adresse an: vera (dot) honoschenko (at) schwimmstudio (dot) de

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