Kraulschwimmen – Weniger ist mehr


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Gehörst du auch zu den Triathleten, die nach dem Motto trainieren: Viel ist gut, mehr ist besser? Tja. Viel ist gut, wenn es viel von dem Richtigen ist. Mehr ist besser, wenn es mehr von dem Richtigen ist. Was machen viele Triathleten? Viel und noch mehr von dem Falschen – besonders im Schwimmtraining. Wenn du auch dazu gehörst, dann brauchst du dich nicht zu wundern, daß deine Fortschritte ausbleiben, obwohl du doch „so viel“ machst.

Wobei in der Disziplin Schwimmen „viel“ relativ ist. Zwei mal pro Woche eine Trainingseinheit im Schwimmen ist wenig. Das ist das Minimum. Wenn du dich dann wunderst, warum du im Radfahren und Laufen besser bist, dann vergleiche einfach mal deine Trainingsumfänge und du hast eine erste Antwort. Aber. Viel vom Falschen (sprich: falsche Trainingsinhalte) lassen ebenfalls deine Leistungen stagnieren. Wie wäre es einfach mit weniger vom Falschen, dafür mehr vom Richtigen?

Wann ist „weniger mehr“?

  • Weniger ist mehr, wenn du einen neuen Bewegungsablauf lernst

    a) Distanz: Du mußt zwingend erst einen einzigen Bewegungsablauf (oder Teilbewegungsablauf) 100% korrekt ausführen, bevor du die Chance hast einen zweiten korrekt auszuführen. Es gibt keine Garantie dafür, daß dein erster richtig ist. Und noch weniger Garantie hast du, daß du den zweiten Bewegungsablauf korrekt ausführst. Was willst du da mit 25m oder 50m? Fehler üben?

    b) Fokus: Mit einer längeren Strecke denkst du nur darüber nach, wie du überhaupt oder am schnellsten von einer Wand zur anderen schwimmst.

    Du denkst nicht darüber nach, was du tust, wie du es tust. Du merkst keine Bewegungsveränderungen. Du fühlst nichts. Du nimmst dir sämtliche Möglichkeiten einer Bewegungskorrektur.

    Deine Gedanken sind bei Quantität, anstatt bei Qualität. In Kraultechnik geht es um Qualität. Bewegungsqualität. Techniktraining ist kein Ausdauertraining. Willst du schneller schwimmen in Training und Wettkampf, dann verbessere deine Kraultechnik.

    Die Quantität (Strecke/Distanz, Dauer) ergibt sich durch deine Meisterschaft der Qualität (Kraultechnik, Bewegungsabläufe). Nicht durch sinnloses Wiederholen von Fehlern über lange Distanzen. Wenn du dich durch das Wasser kämpfst, mußt du deine Fitness verbessern, denn das Wasser setzt dir mehr Widerstand entgegen, während du dich ständig selbst ausbremst. Wenn du deine Kraultechnik verbesserst, reduzierst du den zusätzlichen Wasserwiderstand, den du selbst erzeugst. Das Kraulschwimmen wird für dich leichter, weil du weniger Wasserwiderstand zu überwinden hast. Willst du schneller und leichter Kraulschwimmen oder willst du nur deine Fitness verbessern?


  • Weniger ist mehr, wenn du auf Zielzeiten trainierst

    Du mußt zwingend deine Zielzeit auf Unterdistanzen schaffen und unterbieten, bevor du deine Zielzeiten auf längeren Distanzen oder deiner Wettkampfstrecke angehen kannst. Wenn du deine Zielzeit noch nicht einmal auf 25m schaffst, wie willst du deine Zielzeit auf 50m oder 100m oder deiner Wettkampfstrecke schaffen?


  • Weniger ist mehr, wenn du Übungen suchst, um deine Technikfehler zu korrigieren

    Such dir eine oder zwei technische Übung(en), die deine Fehler adressieren. Lerne diese Übung(en) verstehen. Lerne diese technische(n) Übung(en) korrekt auszuführen. Lerne die Ziele dieser technischen Übung(en) in deine Kraultechnik zu übertragen. Das ist Arbeit genug. Was willst du da mit fünf, zehn oder zwanzig unterschiedlichen Übungen? Übungen sammeln? Wozu? Zwanzig kraultechnische Übungen falsch ausgeführt, machen deine Kraultechnik nicht richtiger. Wenn du dagegen eine einzige kraultechnische Übung korrekt ausführst, die genau deinen Hauptfehler adressiert, und es schaffst das Ziel der Übung erfolgreich in dein Kraulschwimmen zu übertragen, dann ist dir schnelleres Schwimmen sicher. Was machst du?


  • Weniger ist mehr, wenn du als Quereinsteiger Beinschlag ausführst

    Viele Triathleten (erwachsener Quereinsteiger) haben Probleme mit dem Beinschlag. Deshalb reduziere deinen Beinschlag so weit wie möglich. Mach nur soviel Beinschlag wie nötig. Denn du brauchst deine Füße und Beine noch im Radfahren und Laufen. Ein aktiver, gezielter, kompakter Zweierbeinschlag reicht meistens aus um dich in deiner Rotation und deinem Vortrieb zu unterstützen und Ausweichbewegungen zu kompensieren. Dazu brauchst du allerdings eine gute Wasserlage, die du nicht über deinen Beinschlag herstellst.

    Lerne deine gute Wasserlage über Kopfhaltung, Gleichgewicht, Gewichtsverlagerung, Körperspannung, Armhaltung und Armzugtiming herzustellen, und du brauchst nur sehr wenig Beinschlag.

    Du kannst deine Beine und Füße in deinem Körperschatten halten, so daß selbst Hakenfüße (= steife, unflexible Fußgelenke) wenig bis keinen Schaden anrichten. Ist deine Wasserlage schlecht (Hüften, Beine und Füße sinken in Richtung Boden) dann bremsen dich deine Hakenfüße so stark aus, daß selbst ein Pullbuoy dir nicht mehr hilft.

    Für Triathleten mit leistungssportlichem Hintergrund im Schwimmen gelten andere Regeln. Die können auch 1500/3800m mit einem 6er-Beinschlag schwimmen. Du als erwachsener Quereinsteiger in den Triathlonsport holst das Training eines Spezialisten niemals mehr auf. (Besonders nicht mit nur zwei Traingseinheiten Schwimmen pro Woche!) Schwimmer trainieren ihren Beinschlag. Exzessiv. Welcher Triathlet (erwachsener Quereinsteiger) schwimmt 800-1200m isoliertes Beinschlagtraining in seinem Training? Ich kenne keinen. Die meisten Triathleten, die ich kenne, machen gar kein Beinschlagtraining. Und die wenigen, die Beinschlagtraining machen, achten nicht auf die Bewegungsqualität sondern nur darauf möglichst viel arbeiten (= Konditionstraining).


  • Weniger ist mehr, wenn du schneller schwimmen willst

    Das gilt hauptsächlich für Triathleten und Langstreckenschwimmer. Deine Belastungsintensität auf längeren Strecken ist immer im aeroben Bereich. Also sollte es dein Ziel sein mit so wenig Arbeit (= Krafteinsatz, Energieverbrauch) wie möglich schneller zu schwimmen. Denn du wirst weder deine 500m, noch deine 1500m oder deine 3800m im Sprint schwimmen. Und nach dem Schwimmen hast du noch zwei weitere Disziplinen zu absolvieren.

    Wenn du deine Zielzeit auf 25m nicht erreichst, dann ist es unwahrscheinlich, daß du sie mit gleichem Krafteinsatz bei gleicher Technik erreichst. Was kannst du tun? Entweder mehr Kraft einsetzen. ODER: Verbessere deine Technik. Wenn du Zeit auf den 2. 25m oder 50m verlierst, überlege wo und verbessere deine Technik bzw. lerne deine Technik zu halten. Dto. für alle längeren Strecken.

    Was machen die meisten Triathleten? Sie schwimmen 200/400/800/1500m am Stück und versuchen ihre Zielzeit zu „treffen“. Die wenigsten messen ihre Splittzeiten und noch weniger arbeiten wirklich damit.

    Sobald du deine Technik verlierst, wirst du langsam. Was machen die meisten Triathleten? Sie fangen an gegen das Wasser zu kämpfen (= mehr Kraftensatz, höherer Energieverbrauch, schnellere Ermüdung). Was das Kraulschwimmen anstrengend macht. Der intelligentere Weg: Stelle deine verlorene Kraultechnik wieder her. Das macht dein Kraulschwimmen wieder leichter und schneller.

Buche den 1-Tages-Intensiv-Kraultechnik-Workshop und lerne Übungen, die gezielt deine Kraultechnik verbessern. Um zukünftig leichter und/oder schneller Kraul zu schwimmen.

Fordere weitere Infos zu meinen Trainings und Workshops unter dieser E-Mail Adresse an: vera (dot) honoschenko (at) schwimmstudio (dot) de oder nutze das folgende Kontaktformular

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