Kraultechnik – Schneller zu Schulterbeschwerden mit Paddels und diesem Armzugfehler


Wenn du besonders schnell Schulterbeschwerden brauchst, dann solltest du eine gute Kraultechnik vergessen und mit möglichst großen Paddels und gestrecktem Arm im Unterwasserarmzug aus dem Schultergelenk heraus das Wasser nach unten drücken.

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Viele Triathleten scheinen auf Schulterbeschwerden aus zu sein, denn dieser Fehler im Unterwasserarmzug läßt sich häufig beobachten. Und fast genauso häufig schwimmen diese Athleten mit Paddles.

Wenn du schmerzfrei bleiben und vielleicht irgendwann einmal schneller Kraulschwimmen willst, dann ist es ratsam genau das Gegenteil zu tun: Keine Paddles. Arbeit an den Grundlagen deiner Kraultechnik: Am Gleichgewicht, der Kraulatmung und am Unterwasserarmzug.

Schwimmst du mit gestrecktem Arm im Unterwasserarmzug? Machst du diesen Fehler im Kraularmzug? Dann solltest du nicht mit Paddels Kraul schwimmen. Warum? Weil die Belastung, auf dein Schultergelenk sich drastisch verstärkt und du damit das Verletzungsrisiko deiner Schulter überproportional erhöhst.

Inhalt

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Gute Vorbereitung ist das halbe Ergebnis – oder auch nicht

Alles, was du über Wasser machst, bereitet das vor, was du unter Wasser machst. Das heißt, dein Überwasserarmzug bereitet deine Eintauchphase vor. Deine Eintauchphase bereitet dein Wasserfassen vor. Dein Wasserfassen bereitet deine Zugphase vor. Deine Zugphase bereitet deine Druckphase vor. Deine Druckphase bereitet deinen Handaustritt vor. Dein Handaustritt bereitet deinen Überwasserarmzug vor. Jede Teilbewegung beeinflußt die nachfolgende Teilbewegung. Fehler in einer Teilbewegung setzen sich oft in anderen Teilen der Bewegung fort.

Wenn du deinen Arm und deine Hand während der Eintauchphase auf das Wasser legst, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, daß du mit gestrecktem Ellenbogen im Unterwasserarmzug nur nach unten drückst. Drückst du deine Hand und deinen Arm nach unten, drückst du damit dich selbst nach oben.

In der Kraulatmung ist das meistens ein Zeichen dafür, daß kein Gleichgewicht vorhanden ist. Der Athlet stützt sich am Wasser ab. Fehlendes Gleichgewicht zieht eine Reihe von Folgefehlern nach sich.

Im Unterwasserarmzug ist das oft ein Zeichen dafür, daß der Athlet nicht verstanden hat, wie er körpereigene Hebel zu seinem Vorteil und Vortrieb einsetzt. Gleichzeitig ist es ein Zeichen für mangelhaftes Gleichgewicht. Mangelhaftes Gleichgewicht zieht eine Reihe von Folgefehlern nach sich.

Viele Athleten machen diesen Fehler (im Unterwasserarmzug mit gestrecktem Arm nach unten zu drücken) nur beim Atmen. Andere machen diesen Armzugfehler ständig. Das heißt, wenn sie atmen, UND wenn sie nicht atmen.

Weiter bedeutet ein nach unten drücken, daß die Hauptbelastung auf deinem Schultergelenk liegt. Und zwar mit einem langen Hebel.

Das Schultergelenk ist ein sehr komplexes Gelenk mit einem relativ großen Bewegungsradius, vielen Sehnen und Bändern und wenig umgebendes Gewebe. Das Gelenk selbst ist nicht stark, dafür eben sehr flexibel. Ein Gelenk ist geeignet Kraft zu übertragen, aber nicht um andauernd Kraftspitzen auszuhalten. Die Kraft muß aus der Muskulatur kommen. Und davon hat kein Gelenk ausreichend. (Knieschmerzen entstehen genauso. Aber ich schweife ab.)

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Der Armzug ist ein Hebel

Wer sich noch an den Physikunterricht (dunkel) erinnert, hat schon mal was von Hebeln und Hebelverhältnissen gehört. Hier findest du eine verständliche Erklärung zum Hebelgesetz.

Ein Armzug ist kein Ziehen wie es die Bezeichnung fälschlicherweise impliziert. Ein Armzug ist ein Hebel. Wenn du im Armzug ziehst, hast du verloren. Ein Ziehen bedeutet immer den Ellenbogen zurück zu ziehen. Ziehst du deinen Ellenbogen im Unterwasserarmzug zurück, erzeugst du keinen Vortrieb. Sondern du weichst dem Wasserwiderstand aus. Dem Wasserwiderstand, den du für deinen Vortrieb brauchst.

Es geht darum den eigenen Körper über einen Punkt (an dem sich die Hand, mit Handgelenk und Unterarm folgend, eingehakt hat) nach vorn zu bewegen. Es geht niemals darum den Arm oder die Hand nach hinten zu bewegen. Wer das (endlich) versteht, kann anfangen verletzungsfreier, leichter und schneller (nicht nur Kraul, sondern alle Schwimmarten) zu schwimmen. Korrekt eingesetzte Hebel verringern im Idealfall den Krafteinsatz. Nur so ist es möglich hohe Schwimmgeschwindigkeiten zu erreichen und in diesem Fall: Verletzungsfrei Paddles zielgerichtet im Training einzusetzen.

Falsch eingesetzte Hebel erhöhen dein Verletzungsrisiko.

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Der gestreckt Arm im Unterwasserarmzug

Auch der gestreckte Armzug ist ein Hebel. Aber ein Hebel mit äußerst ungünstiger Kraftverteilung. Beim Armzug mit gestrecktem Arm holst du dir die Kraft hauptsächlich aus dem Schultergelenk (im Drehpunkt des einseitgen Hebels). Anstatt hauptsächlich aus der großen Rückenmuskulatur (v.a. den m. latissimus dorsi), wo tatsächlich viel Kraft sitzt, die für den Vortrieb eingesetzt werden kann.

Wenn du diese Belastung zusätzlich durch eine größere Auflagefläche – wie durch ein Paddel – erhöhst, verstärkst du damit gleichzeitig die Belastung auf dein Schultergelenk und die umgebenden Strukturen.

Schwimmst du nicht oder wenig mit Paddles, dann macht dir dein Armzugfehler vielleicht keine Probleme.

Es gibt auch Athleten, denen schadet der schlechteste Armzug zusammen mit Paddleeinsatz nichts. (Zumindest nicht, so lange ich sie schwimmen gesehen habe.) Diese Athleten machen häufig Ausweichbewegungen, so daß ein Großteil der Kraft gar nicht auf das Paddel trifft. (Der Weg des geringsten Widerstandes.) Aber das kann andere Beschwerden verursachen. Und vor allem schleift es eine schlechte Kraultechnik ein.

Probleme im Zusammenhang mit Armzugfehlern und gleichzeitigem Einsatz von Paddels im Bereich des Schultergelenks treten oft auf sobald der Umfang oder die Intensität erhöht wird.

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Externe Links zum Thema

Das Hebelgesetz einfach erklärt
Paddels im Schwimmen
Schulterschmerzen im Schwimmen: Anatomische Grundlagen, Ursachen und Vorbeugung

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Fazit

Wenn du unbedingt schneller zu Schulterbeschwerden kommen willst, dann schwimme mit diesem Armzugfehler weiter mit Paddels. Je größer desto besser, desto schneller setzt du dich mit Schulterbeschwerden außer Gefecht.

Willst du das nicht, dann räume deine Paddles erst einmal ganz hinten in den Schrank. Arbeite gezielt an der Verbesserung deines Gleichgewichts im Wasser. Verbessere deine Kraulatmung. Und lerne einen Unterwasserarmzug, der dein Schultergelenk deutlich geringer belastet und dir mit weniger Krafteinsatz mehr Vortrieb bringt.

Dann kommst du schneller in den Bereich in welchem dir deine Kraultechnik Schwimmzeiten erlaubt, die Paddles sinnvoll einzusetzen. Wie sagte Gunther Frank: „Wer 1500m nicht in 20 Minuten schwimmen kann, braucht keine Paddles.“

Leider gibt es immer noch genügend Trainer, die unbedarften Athleten mit fehlerhaftem (und fehlerhaft instabilem) Unterwasserarmzug Paddles an die Hände schnallen. Meiner Meinung nach ist das grob fahrlässig.

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Trainingsangebot

Arbeite an den Grundlagen deiner Kraultechnik. Lerne deinen Unterwasserarmzug optimal vorzubereiten. Lerne eine bessere Ausgangsposition für deinen Unterwasserarmzug. Finde dein Gleichgewicht und höre auf dich im Wasser abzustützen. Verbessere deine Kraulatmung. Schwimme so einfach leichter und schneller Kraul. Buche den 1-Tages-Intensiv-Kraultechnik-Workshop 1 (WS-1).

Verbessere dein Wassergefühl. Lerne das Wasserfassen. Lerne deine körpereigenen Hebel zu deinem Vorteil einzusetzen. Finde heraus, wie du mit weniger Krafteinsatz mehr Vortrieb erzeugst. Verbessere deinen Unterwasserarmzug, damit du schmerzfrei Kraul schwimmst und Zeiten erreichst, in welchen ein Paddleseinsatz tatächlich sinnvoll wird. Buche den 1-Tages-Intensiv-Kraultechnik-Workshop 2 (WS-2).

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Kontakt

Fordere weitere Infos zu Trainings & Workshops unter dieser E-Mail Adresse an: vera (dot) honoschenko (at) schwimmstudio (dot) de oder benutze das Kontaktformular auf Schwimmstudio.de.

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